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Chinesisches Essen hilft gegen Vampire...und andere Vorurteile

Die erste Frage, die jeder China-Reisende beantworten muss, ist die nach dem Essen. "Na, gab´s auch Hund oder Katze?", wird man dann meist gefragt und im Gesicht des Gegenübers spiegelt sich Ekel mit einem Hauch von Faszination.

Der Leser kann beruhigt sein: auch wenn es ein chinesisches Sprichwort gibt, das von den Kantonesen behauptet, sie äßen alles, was vier Beine hat und kein Tisch ist, so gilt diese Regel doch nicht für ganz China. Auf der Reise von Shanghai nach Peking war das Essen also in der Beziehung völlig unspektakulär. Schwierigkeiten mit der chinesischen Küche tun sich an ganz anderen, harmlos anmutenden Punkten auf:

1. Sein Essen mit Stäbchen zu sich zu nehmen, bedeutet Kampf, zumindest wenn man es nicht gewöhnt ist. Und auch wenn man wie ich häufig und gerne Messer und Gabel gegen zwei Holzstäbe eintauscht (wie konnte die Evolution nur so etwas erfinden?), bleiben Glasnudeln, Fisch und Tofu weiterhin eine Herausforderung.

2. Tiere mitsamt ihrer Knochen zu zerhacken, anstatt sie säuberlich zu filettieren, ist für den gewöhnlichen Europäer gewöhnungsbedürftig. Das Fleisch bleibt zwar tatsächlich saftiger und schmeckt auch viel intensiver -was auch am weitgehenden Fehlen von Legebatterien und riesigen Tierzuchtfarmen liegen mag- , doch muss man sich schon im Vorfeld überlegen, was man mit den Knochen im Fleischgericht anstellt. Erst essen und dann die Reste ausspucken (chinesische Methode) oder besser versuchen, mit Hilfe der Stäbchen (Schwierigkeiten s.o.) das Fleich vom Knochen zu ziehen und dann zu essen?

3. Unsere Delikatessen entsprechen nicht den chinesischen Delikatessen. So mögen für uns das Filet oder die Hühnebrust das beste Stück Fleisch sein, für den Chinesen ist es der Entenfuß oder das Fischauge. Wer jetzt angewidert aufschreit, sollte sich überlegen, aus welchen Bestandteilen die Frühstücksleberwurst besteht oder warum Kutteln in Frankreich eine besondere Spezialität sind. Jedenfalls hat dieser Unterschied in der Essenskultur auf der Reise für einige Erheiterung gesorgt: wenn uns z.B. ein Huhn incl. Kopf und Füßen, dafür aber ohne Brust und Flügel serviert wurde, oder wenn ein Kollege versehentlich Entenfüße verspeist hat, ohne es zu merken. An dieser Stelle auch ein Tipp für Freunde der koreanischen Küche: das Fleisch wird, wie wir aus sicherer Quelle erfahren haben, nicht roh gegessen, sondern vorher gebraten...:-))

Da man den Chinesen in Bezug auf die Küche so ziemlich jede Ekligkeit zutraut, entgehen einem dadurch manchmal besondere Köstlichkeiten. Es lohnt sich also, alles Unbekannte zumindest einmal zu probieren- und dabei herauszufinden, dass die vermeintlichen Pinguinaugen eine leckere Süßspeise sind und Seetang tatsächlich nahr- und schmackhaft sein kann...

In diesem Sinne: Guten Hunger!

 

PS: Chinesisches Essen enthält übrigens tatsächlich so viel Knoblauch, dass davon jeder Blutsauger abgeschreckt wird. Aber Vampire gibt es nicht.

24.10.07 21:50
 


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