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Wann braucht man schon mal das chinesische Wort fuer "Freundschaftsdelegation"?

In unserem Chinesisch-Lehrbuch, herausgegeben irgendwann in den 1980er Jahren, als in China noch ein Grossteil der Bevoelkerung mit Mao-Jacke auf dem Fahrrad unterwegs war, besuchen russische Freundschaftsdelegationen regelmaessig chinesische Fabriken. Man lernt dabei wichtige Saetze und grammatische Konstruktionen, z.B. "Waehrend die russische Freundschaftsdelegation die chinesische Fabrik besuchte, wurde die Fahne gehisst." oder "Nachdem Palanka sich den Besuh der russischen Freundschaftsdelegation im Fernsehen angeschaut hatte, erzaehlte sie Gubo davon." Das wirft doch gleich mehrere Fragen auf. Erstens: In welcher Nation werden so komische Vornamen wie Palanka und Gubo vergeben? (Die Vermutungen in unserem Chinesisch-Kurs reichten von Ungarn bis Litauen.) Zweitens: Wenn Sprachbuecher die Realitaet in einem Land abbilden, will man dann nach China reisen, wo man dort doch scheinbar immer nur Fabriken besichtigen muss? Und seit wann verstehen sich eigentlich die Russen und die Chinesen wieder so gut? Drittens: Wann kann man im Alltag so tolle Woerter wie "Freundschaftsdelegation" gebrauchen?

Jetzt. Wenn man sich wie ich mit 100 Lehrern auf eine Bildungsreise durch China begibt. Wenn Angela Merkel und Hu Jintao beschliessen -das war vor dem Besuch des Dalai Lama im Kanzleramt-, dass die deutsch-chinesischen Beziehungen durch einen regen Austausch auch im Bildungs- und Kulturbereich weiter verbessert und intensiviert werden koennten. Und wenn deswegen 100 Schueler, Lehrer oder Schulleiter gesucht werden, die unter 40 sind und China-Erfahrung haben, um das Land zu bereisen und dabei als gute Repraesentanten der Bundesrepublik aufzutreten. 

Mein Schulleiter war nicht gerade begeistert, mich fuer 10 Tage ziehen zu lassen, ich dafuer aber um so mehr. Das Programm verspricht naemlich neben verschiedenen Schulbesuchen auch einen Abstecher in die Provinz Qinghai im Westen Chinas- so weit ausserhalb der grossen Staedte und so nah an Tibet war ich noch nie! Morgen geht es jetzt endlich los und ich bin gespannt, was mich erwartet. Nette Lehrer oder die typischen Konferenz-Lehrer (die immer meckern, ohne produktive Gegenvorschlaege zu machen, einfach um des Meckerns willen)? Kulturinteressierte oder Besserwisser, die meinen, sie muessten persoenlich die Demokratie nach China bringen? Landeskenner oder Studiosus-Touristen?

Dass eine Altersgrenze von 40 Jahren festgelegt wurde, stimmt mich latent zuversichtlich, morgen am Flughafen eine nette Truppe vorzufinden... Oder dachte sich der Allchinesische Jugendverband als Veranstalter der Reise, man koenne Leuten unter 40 einfach mehr an Reisestress und/oder schlechten Hotels zumuten?

Ich lasse mich ueberraschen.

 

15.10.07 13:37
 


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